Straffäligen­hilfe

Sozialpädagogische, ambulante Rückfallprävention (i.d.R. als gerichtliche Auflage oder Weisung) bietet gegenüber inaftierenden Maßnahmen der Gerichte gesamtgesellschaftlich und auch im Sinne des Opferschutzes viele Vorteile.

Der Soziale Trainingskurs (STK)

Der Soziale Trainingskurs stellt eine spezialisierte Form der sozialen Gruppenarbeit dar.

Das Training ist

  • eine Alternativmaßnahme zum Wochendarrest,
  • für Jungen und Mädchen mit einer Verurteilung nach dem JGG im leichten bis mittelschweren Deliktbereich,
  • eine lebensweltorientierte Maßnahme zum Erlenen von Normen, Werten und Regeln,
  • Konfrontation und Reflexion des eigenen Fehlverhaltens im geschützten Rahmen der Gruppe.

Da der Kurs konfrontativ ausgerichtet ist, ist es wichtig, dass sich diese Konfrontation nicht gegen die Person an sich richtet, sondern eindeutig Stellung zu ihren Taten und Verhaltensweisen bezieht. Offene Konfrontation gepaart mit Akzeptanz und Wertschätzung ist hierbei ein wichtiger Bestandteil, um die soziale Entwicklung zu fördern.

Rahmenbedingungen

Der Soziale Trainingskurs (STK) überschreitet die Dauer eines Wochenendarrestes nicht erheblich und beinhaltet

  • drei Abendveranstaltungen à 1,5 Stunden und ein Intensivwochenende von Samstag morgens bis Sonntag spätnachmittags. Das Wochenende findet in einem auswärtigen Tagungshaus statt.
  • professionelle Anleitung durch erfahrene Trainer.

 

Ein STK ist ausgelegt für eine Gruppenstärke von maximal 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Um einen Sozialen Trainingskurs abschließen zu können, müssen die Teilnehmenden an allen Abendterminen und das komplette Wochenende teilnehmen.

Kontaktperson

Thomas Hierl

Sozialpädagoge (Diplom)
Mediator in Strafsachen
HP (Psychotherapie)

Einrichtung

Rheinische Str. 167
44147 Dortmund

Ausschlusskriterien

Die Teilnahme am Kurs setzt keine besonderen Fertigkeiten voraus. Es gibt jedoch Punkte, die zum Ausschluss führen. Diese sind:

  • massive psychische Probleme,
  • Suchtproblematik, so wie Alkohol- und Drogenkonsum kurz vor oder während der Maßnahme und/oder
  • Androhung oder Anwendung von Gewalt gegenüber anderen Teilnehmenden oder dem Team.

Ziele des Kurses

Neben der Konfrontation mit dem eigenen Fehlverhalten und der Verdeutlichung von gesellschaftlichen Regeln, Normen und Werten gibt es weitere wichtige Ziele, die in diesem Kurs erreicht werden sollen:

  • Stärkung des Selbstbewusstseins und Selbstwertgefühls
  • Erweiterung verbaler Handlungsmöglichkeiten
  • Übernahme von Verantwortung für sich und die Gruppe
  • Neue Konfliktlösungsstrategien erkennen und erlernen
  • Eigen- und Fremdwahrnehmung erkennen und die Reflexion des eigenen Handelns erlernen

Methoden

Das Fachkräfteteam verfügt über einen großen Pool an Methoden der sozialen Einzel- und Gruppenarbeit. Dadurch können die Trainerinnen und Trainer auf individuelle Situationen und Gruppenstrukturen reagieren. Zu den Methoden gehören Übungen aus folgenden Bereichen:

  • Körpersprache
  • Deeskalation
  • Wahrnehmung
  • Rollenspiele
  • Einzel- und Gruppengespräche

Gruppenarbeit

  • Anfangs- und Abschlussrunde
  • Interview mit einer Partnerin oder einem Partner
  • Wahrnehmungsübungen mit und ohne Sprechen
  • Interaktionspädagogische Übungen
  • Vertrauensübungen
  • Kooperationsübungen
  • Rollenspiele
  • Diskussionsrunden
  • Blitzlicht
  • Feedback
  • Kurzvorträge

Einzelgespräche

Unterschieden wird in Vor-, Zwischen und Abschlussgespräche mit den Inhalten:

  • Aufbau eines stabilen Kontaktes
  • Erfassung der Lebenssituation
  • Beratung zu angefragten Themen
  • Formulierung, Überprüfung und Weiterentwicklung der individuellen Gruppenziele
  • Kriseninterventionen

Kontaktperson

Thomas Hierl

Sozialpädagoge (Diplom)
Mediator in Strafsachen
HP (Psychotherapie)

Anlaufstelle

Rheinische Str. 167
44147 Dortmund

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